Kolumne: Fragen, die ich mir mit 35 gestellt habe
- Hanna Kuschel

- 27. März
- 2 Min. Lesezeit

September 2024, 35 Jahre. Wo will ich hin? Was erfüllt mich beruflich? Will ich meine Stärken & Fähigkeiten weiterhin hauptsächlich an einen Konzern vermieten? Wem schulde ich was? Was passiert mit der Automobilbranche? Geht die Wirtschaft den Bach runter? Welcher Branche geht's grad eigentlich gut? Ich war noch nie auf Geschäftsreise, Mallorca oder so. Wär schonmal geil.
Was passiert mit unserer Demokratie? Wie können wir Radikalisierung stoppen und miteinander im Gespräch bleiben? Wie geht es unseren Jugendlichen? Wie bleibt man optimistisch? Ist das Leben eine Wiederholung von Dingen? Wie viele fruchtbare Jahre bleiben mir noch und ist meine Freiheit eigentlich nur eine Scheinfreiheit? Fragen über Fragen.
Inzwischen bin ich seit vier Jahren in meiner Single-Wohnung. Die ersten Balkonmöbel fangen an zu morschen. Wohl ein Zeichen der Zeit. Ich beschäftige mich so viel wie nie mit Entrümpeln und Loswerden. Wobei ich darunter verstehe, Gebrauchtes bei Kleinanzeigen einzustellen, den ersten drei Leuten zu antworten, dann keinem mehr. Zu anstrengend. So gut wie nix ist verkauft, aber vieles will weg. Die Frida Kahlo mit ihrer Kaffeetasse, das "H" aus Holz. Relikte aus meiner Zeit als Paar. Wie verrückt, dass das auch mein Leben war. Wie viel Leben kommt noch rein? So viel Zeit und doch so viel Stress.
Laut Rudolf Steiner, Anthroposoph und Begründer der Waldorfschule, entwickeln wir Menschen uns in 7-Jahres-Wellen. Nach sieben Jahren ist man anders als davor. 35:7, meine fünfte Welle. Was wird sie bringen? Mein Klorollen-Fernglas hilt jedenfalls nicht weiter. Dieser Text ist aus September 2024


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