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  • Impuls: Reife ist die Fähigkeit, das Rechte auch dann zu tun, wenn es die Eltern empfohlen haben.

    ... oder wenn es die Partnerin/der Partner empfohlen hat... Zitat von Paul Watzlawick Foto von Awkward Family Photos

  • Kolumne: mein Elternhaus ist verkauft

    Rund 29 Monate lang konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass mein Elternhaus verkauft wird und ich nicht mehr in das Epizentrum meiner Kindheit & Jugend zurückkehren kann. Inzwischen kann ich sagen: Es ist okay. It happened: Mein Elternhaus ist verkauft 🏡👋🏽🥺 Die entscheidende Unterschrift ist gesetzt. Das Haus, in dem ich aufgewachsen bin und das meine Wurzeln symbolisiert. Schon vor über zwei Jahren hatte sich der Abschied angekündigt und ich habe da schon eine Kolumne über meine Gedanken & Gefühle zu dem Thema geschrieben. Rund 29 Monate lang konnte ich mich also mit dem Gedanken anfreunden, dass ich nicht mehr zurückkehren kann in das Epizentrum meiner Kindheit & Vergangenheit. Und inzwischen kann ich sagen: Es ist echt okay. Das Haus steht nicht mehr für das, was es mal war. Die Wärme und Geborgenheit von früher sind schon lange ausgezogen. Wenn ich zuletzt dahin zurückkehrte, hieß es erstmal: Bett frisch beziehen (vorher Bettwäsche suchen) Heizung anmachen mir was Essbares suchen. Und wenn ich Pech hatte, musste ich kalt duschen. Kürzlich hab ich den morschen Türpfosten entdeckt und mir gedacht: Darum kümmern sich dann die neuen Eigentümer. Wir Geschwister sind froh, dass die Tinte unter dem Kaufvertrag getrocknet ist und sich der Verkaufsprozess nicht länger zieht. Mein Vater ist froh, dass er sich um eine Sache weniger kümmern muss. Meine Mama bekommt von all dem nix mit.  Was jetzt noch kommt: eine dicke Hausabschiedsparty 🎊 [Bzw mitteldick, sonst kriegt mein Bruder die Krise 😆] Wir wollen  🔹️ dem Haus für seine Dienste danken [Danke Hausi für alles 💕🫶🏼] 🔹️ gute Erinnerungen hochleben lassen 📸 🔹️ nochmal die Menschen sehen, die Teil dieses Lebens-Kapitels waren - auch und gerade, wenn das letzte Wiedersehen länger her ist 😃 Ein Platz in meinem Herzchen wird es so oder so behalten 🏡🫶🏼 Und die große Vermissung kommt dann wahrscheinlich erst im nächsten Jahr, wenn der Frühling lockt und ich gerne auf der Terrasse mit Blick in den Wald Yoga machen würde 🥺

  • Mantra: Heute gebe ich mir die Erlaubnis, langsam zu sein

    Wo ich das Tempo selbst bestimmen kann, da darf Langsamkeit passieren: in meiner Tagesgestaltung, meinen To Dos und meinen Gedanken. Eine Übung in Sachen Loslassen: Tempo rausnehmen 🙏🏼 Das wünsche ich mir zwar auch immer im Lidl, wenn die Kassiererin meine Waren mit Tempo 100 rüberschiebt und ich mit dem Einpacken nicht hinterherkomme - aber da kann ich es nicht beeinflussen 😅 Was meine Tagesgestaltung, die To Dos auf meiner Liste und meine Gedanken angeht, da kann ich's schon beeinflussen. Heute gebe ich mir die Erlaubnis, langsam zu sein.  Sprach sie und beendete um 14:39 Uhr ihr Frühstück 😄

  • Impuls: Wir schulden unseren Eltern nichts

    Elternschaft ist kein Handel. Deshalb schulden wir unseren Eltern auch nichts. Nada. Niente. "Das Taufgeld will ich später aber zurück...", würde niemand zu diesem Säugling sagen, oder? Warum haben wir dann im Erwachsenenalter öfter das Gefühl, dass wir unseren Eltern etwas schuldig sind? Hier die Erlösung: Wir schulden unseren Eltern nichts. Elternschaft ist kein Handel: Ich ziehe dich auf, dafür schuldest du mir ewige Treue. Nope. Elternschaft ist kein Austausch von Liebesdiensten, bis man irgendwann "ausgeglichen" ist. Wir dürfen die Dinge so tun, wie wir wollen - auch, wenn das unseren Eltern nicht gefällt. Wir sind frei! Ein Buchtipp zum Thema: Barbara Bleisch - Warum wir unseren Eltern nichts schulden Foto oben von internetarchive.com

  • Methode: mit Lösungs-Denken Antworten erzeugen

    Energy flows where attention goes: Fokussieren wir uns mehr auf Lösungen, wird das Denken in eine konstruktive Richtung gelenkt und Antworten können entstehen. Zielhafen, ich komme! Systemiker fokussieren auf Lösungen und darauf, was man kann und schon geschafft hat. Fragen sind das zentrale Werkzeug 🛠️ Sie bestimmen die Richtung des Gesprächs und lenken es immer wieder zurück in den Ozean der vielen Möglichkeiten ⛵  Die Kernfrage ist: Wo willste hin, wie soll es sein? 🔭 Weil die Antwort darauf zentral, aber mega schwer ist, creept man sich mit den richtigen Fragen an den Zielhafen heran. 🔹"Du willst kein Erzieher mehr sein - angenommen, du hast einen neuen Job und startest in den Arbeitstag: Worauf würdest du dich freuen?"  🔹"Du findest dich zu angepasst. Was für Situationen gab es in deiner Vergangenheit, in denen du deine Bedürfnisse und Interessen schon ganz gut vertreten konntest?"   Denn: Wer sein Ziel kennt, findet Lösungen. Energy flows where attention goes eben 🙏🏼

  • Impuls: Welcher Kommunikationstyp bist du?

    Beschwichtigend, anklagend, rationalisierend oder ablenkend? Finde es in diesem Text heraus. Die hohe Kunst der Kommunikation ist schwer 🙏🏼  Virginia Satir hat vier Kommunikationsstile definiert: Beschwichtigend Anklagend Rationalisierend Ablenkend Unten sind sie genauer erklärt. Vorab: Was haben diese Stile gemein?  🔹️dass sie als selbstwert-inkongruent bezeichnet werden, d.h. man geht von einem niedrigen Selbstwert aus, den es zu stärken gilt 🔹️es ist kein Zugriff auf das gesamte Spektrum der Gefühle vorhanden  1. Beschwichtigend Woran erkennt man einen beschwichtigenden Kommunikationstypen im Außen? ist zustimmend, entschuldigend, ja-sagend, vorsichtig, rücksichtsvoll, immer freundlich und nett, auch wenn ihm/ihr nicht danach ist, übergeht eigene Gefühle Wie sieht es im Innen aus? Beschwichtigt, damit die andere Person nicht ärgerlich wird, kann Unstimmigkeiten nicht aushalten und versucht zu bereinigen, fürchtet immer, jemanden zu verärgern oder zur Last zu fallen, ständig auf der Suche nach der Schuld bei sich selbst Wie kann man therapeutisch vorgehen? Schrittweise Arbeit am Ärger, langsam Ressentiments herausheben, Selbstwertgefühl stärken, Entscheidungen treffen lassen, Nein-Sagen üben, Forderungen stellen, Wünsche äußern.  2. Anklagend Woran erkennt man einen anklagenden Kommunikationstypen im Außen? Nicht-zustimmend ("Fehler-Sucher"), fordernd, diktatorisch, beschuldigend, ablehnend, unterbrechend Wie sieht es im Innen aus? Um sich zu schützen, klagt er/sie an, damit der andere ihn/sie für stark hält, Wunsch, sich und seine Meinung anerkannt zu wissen, ständiges Warten auf Angriff und Niederlage, Angriff erscheint als beste Verteidigung, Gefühl, ungerecht behandelt zu werden und unverstanden zu sein Wie kann man therapeutisch vorgehen? Eigene Grenzen setzen, Ich-Botschaften, klare Regeln einführen: Kein Du, kein aber, keine Verallgemeinerungen, Destruktive Abläufe unterbinden, Negatives in Positives übersetzen, Empathie üben, auf Zuhören achten, Anklage in Bedürfnis übersetzen, von eigenen Gefühlen sprechen 3. Rationalisierend  Woran erkennt man einen rationalisierenden Kommunikationstypen im Außen? Hat Angst vor Gefühlen und flüchtet sich ins Rationalisieren, ist vernünftig, überlegt, wirkt gesammelt, erklärend, spricht monoton, achtet auf korrekte Wortwahl, kopfgesteuert, neigt zu Grundsatzdiskussionen Wie sieht es im Innen aus? Angst vor Erregung und Gefühlen, damit große Angst vor Verlust von Kontrolle und Ausgeliefertsein Wie kann man therapeutisch vorgehen? Sehr langsam, auf Nuancen achten, auf nonverbalen Ausdruck, Therapeut/in muss eigene Sprache anpassen, denn wenn es zu schnell in die Nähe von Gefühlen geht, steigt die Bedrohtheit des Gegenübers. Wichtig: sehr viel Anerkennung und Wertschätzung geben und achtsam nonverbalen Ausdruck fördern 4. Ablenkend  Woran erkennt man einen ablenkenden Kommunikationstypen im Außen? Lenkt ab und ignoriert damit die Bedrohung, ist ständig in Bewegung, produziert ständig neue Ideen, lenkt von allen Themen ab, die mit Stress verbunden sind, kommuniziert ohne Beziehung und ohne Tiefe, ist chaotisch und nervös Wie sieht es im Innen aus? Gilt als spontan, freundlich und unterhaltsam, Sehnsucht nach Kontakt und gleichzeitig Angst davor, Erleben von Einsamkeit, Angst vor Gefühlen, Orientierungslosigkeit Wie kann man therapeutisch vorgehen? Leiten, vollständige Transaktionen herstellen helfen, fokussieren, zu Ende bringen, abschließen, klar bleiben. Wo möglich, körperlichen Kontakt aufnehmen Ich fand diese Typisierung mind-blowing 🤯 Mir fielen zu jedem Stil gleich mindestens Personen aus meinem Umfeld ein und auch bei mir fällt mir immer wieder was auf 😁  Mit Sicherheit vereinfacht diese Darstellung an der ein oder anderen Stelle. Weshalb ich sie dennoch spannend finde:  🔹️ Liefert eine vergleichsweise einfache Orientierung, um die Sprache der Klienten und Klientinnen zu verstehen 🔹️bietet Ansatzpunkte, in welche Richtung die Beratung/Therapie gehen soll  🔹️und vielleicht ja auch Hinweise, worauf man selbst achten könnte 🧐 Quelle dazu: Virginia Satir, Selbstwert und Kommunikation  Die Bilder sind übrigens aus dem Online-Archiv des Metropolitan Museum of Art: https://archive.org/details/catalogueofpaint00metr

  • Kolumne: Entwicklungsaufgabe "pflegebedürftige Eltern"

    Dabei zuzusehen, wie die Eltern alt und gebrechlich werden und es nur noch schlechter wird, das fühlt sich ganz schön hilflos an. Eine Entwicklungsaufgabe ist das, bei der das Leben von einem fordert, neue Kompetenzen zu entwickeln, um die neuen Herausforderungen zu meistern. Im Ergebnis wird die Persönlichkeit stabilisiert. "Das ist eine große Entwicklungsaufgabe, wenn die Eltern pflegebedürftig werden und man als Kind in die Verantwortung und Fürsorge geht". Dieses Zitat wurde mir kürzlich in den Feed gespült. Gelesen hab ich ihn bei desideria.ev , einer Plattform für Angehörige von Demenz-Erkrankten. Als ich ihn las, wollte ich meinen mentalen Textmarker rausholen - vor allem das Wort "Entwicklungsaufgabe" wollte ich neongelb markieren und doppelt unterstreichen. Entwicklungsaufgabe, laut Wikipedia ist das: "Eine Aufgabe im Rahmen der persönlichen Entwicklung und Reifung des Menschen. Eine unweigerliche Herausforderung, die sich einem im Laufe des Lebens in den Weg stellt, z.B. der Berufseinstieg. Diese Entwicklungsaufgabe bedeutet Veränderung und man ist gezwungen, neue Fertigkeiten und Kompetenzen zu entwickeln. Wenn das gelingt, wird die Persönlichkeit stabilisiert", tönt Wikipedia.  2023 war für mich das Jahr des Verlustes, das Jahr, das mir die Rolle der pflegenden Angehörigen vor die Füße geklatscht hat. "Friss oder stirb, die Mudsch ist jetzt pflegebedürftig, deal with it!" Und ich dachte, ich hätte im letzten Jahr viel dafür getan, damit ich diese Entwicklungsaufgabe gut absolviere: ich habe viel geweint und meine Mama betrauert. Ehrlicherweise dachte ich, ich hätte dadurch auf Vorrat getrauert. Wie so eine kleine Streberin für die Zukunft vorgetrauert, jegliche Traurigkeit zusammengerauft und rausgeheult: darüber, dass sie nicht mehr Zuhause wohnt, dass ich sie nur noch stundenweise alle paar Wochen besuche, dass Familienausflüge nun ohne sie stattfinden, dass sie körperlich so abgebaut hat, dass sie so anders aussieht, dass sie mich das erste Mal nicht richtig erkannt hat. Damit dieser Trauer-Käse dann auch abgehakt wäre und ich in Zukunft wieder mehr Kapazitäten für happy times habe.  Trauern: check ✔️ Muddi ist im Pflegeheim, traurig, aber kannst nix machen. Auf zu neuen Aufgaben, lasst uns jetzt das Familienhaus ausräumen. Und dann bin ich Zuhause und will das Familienhaus ausräumen, will die Dinge super logisch und praktikabel angehen, am besten mit einem Meilensteinplan und klaren Verantwortlichkeiten UND DANN MACHT MEIN VATER DIE DINGE GANZ ANDERS ALS ICH UND HÖRT NICHT AUF MICH UND DANN GEHEN ALLE UHREN IM HAUS FALSCH UND MEIN VATER HAT DIE FALSCHEN KAFFEEKAPSEL GEKAUFT UND DAS ALLES MACHT MICH SO RASEND AGGRESSIV, WIE ICH SELTEN RASEND AGGRESSIV WAR 😡😤😡 Ausrasten wollte ich, auf eine einsame Insel fahren, ABER ICH HAB JA KEIN AUTO BEI MEINEN ELTERN, WAS MICH NOCH RASEND AGGRESSIVER MACHT.  Und ich glaube, ich will einfach nur nicht, dass die Dinge anders werden.  Und ich glaube, ich bin einfach immer noch traurig.  Traurig darüber, dass jetzt die Frühlingssonne da ist, die ich mit der Mama immer auf der Bank vorm Haus genossen habe. Und dass jetzt der Flieder und Weißdorn blüht, den die Mama nicht sehen kann, weil es ihr so schlecht geht. Und dass es jetzt Spargel gibt, den die Mama so gerne mag. Und ich glaube, wenn ich wütend bin, dann bin ich eigentlich hilflos. Weil dabei zu sein, wenn die Eltern alt und gebrechlich werden und es nur noch schlechter wird, das fühlt sich ganz schön hilflos an. Also ja, ich stimme zu: Das ist eine Entwicklungsaufgabe, wenn man in die Fürsorge und Verantwortung für die Eltern geht.  Dieser Text ist aus Mai 2024.

  • Mantra: Alles wird gut

    Meine multiplen Hände und ich sagen: Alles wird gut! Kürzlich eine Freundin zu mir, nachdem sie mein Bad besucht hatte: "Ich weiß, man kommentiert nicht, was Leute in ihre Wohnung stellen. Aber warum zum Henker hast du einen Puppenarm auf deinem Handtuchhalter aufgespießt?". Nun, das will ich beantworten. Es begab sich einmal zu einer Zeit, da wurden JGAs gefeiert, und als Gag wurden Mini-Hände besorgt, mit denen man lustige Fotos machen kann. Das ist etwas eskaliert und zusätzlich dazu habe ich aus undefinierbaren Gründen Puppenarme und -Hände in meinem Elternhaus gefunden.  All diese Extremitäten zusammen ergeben ein wunderbares Ensemble, das dir die Daumen drückt, den Weg zum Himmel zeigt und gleichzeitig Thumbs up zum Leben gibt 👍🏻 Wem auch immer das gerade gut tut. Meine multiplen Hände und ich sagen: Alles wird gut!

  • Methode: die Dynamiken deiner Herkunftsfamilie verstehen

    Ein Blick auf die Dynamik zwischen den beiden Haupt-Bezugspersonen deiner Kindheit und dir lohnt sich - und diese Fragen: 1) Welche Kompetenzen & Fähigkeiten konntest du in deiner Herkunftsfamilie entwickeln? 2) Was war dein geheimer Auftrag in deiner Familie? Wie prägt uns unsere Ursprungsfamilie? Vielleicht DIE zentrale Frage im eigenen Prozess der eigenen Bewusstwerdung. Hierfür lohnt sich ein Blick auf die Ursprungstriade. Die Ursprungstriade, das ist: die zwei Personen, die einem als Kind am nächsten standen. zB Mutter + Vater, kann aber auch Vater + Stiefmutter oder Mutter + Partnerin sein (eben je nach Konstellation).  ➡️ Das ist die Ursprungstriade  Dadurch ergeben sich 3 individuelle Verbindungen (zur Veranschaulichung hier mit Muddi + Vatti):  die Beziehung zwischen Mutter + Vater,  zwischen Mutter + Kind,  zwischen Vater + Kind ➡️ Wie eng/präsent/hilfsbedürftig/liebevoll/ängstlich/anspruchsvoll/dominant/aggressiv/wütend etc. waren diese Personen?  Weitere Geschwister oa und deren Rollen können diese Triade durchaus beeinflussen. Für die Kindsentwicklung ist die Dynamik dieser 3 Menschen das prägende Hintergrundrauschen.  Und jetzt die entscheidenden Fragen:  1️⃣ Welche Kompetenzen & Fähigkeiten konnte ich hier gut entwickeln? Und welche nicht?  2️⃣ Welche Aufgaben hatte ich auf meinem Platz?  3️⃣ Gab es "geheime Aufträge" für mich?  (musste ich zB den Streit zwischen meinen Eltern schlichten? Oder möglichst unkompliziert sein? Oder von Schwere ablenken?)  4️⃣ Was war nährend in diesem Kontext? Was tat mir gut? Was war eher nicht nährend?  ➡️ Es geht übrigens nicht darum, diese Fragen möglichst schnell zu beantworten, sondern innere Suchprozesse auszulösen 🔎

  • Kolumne: mein 5-Jahres-Rückblick

    Vor fünf Jahren wurde die Pandemie ausgerufen. Damals war ich...  ... 31 und in der Endphase meiner 11-jährigen Beziehung. Ich war nicht unglücklich, aber hatte meine Strategien entwickelt, um mich neben meinem Partner nicht so klein zu fühlen. Ich teilte bestimmte Dinge nicht mehr, von denen ich wusste, dass er dazu eine andere Meinung haben würde. Ein Gespräch würde so ablaufen: Ich weiß nicht, was ich mit dir reden soll. Er: Dann benutz' die Blabla-Sprache. Blablabla.  Ich hatte schon länger keine neuen Leute kennengelernt, aus Bequemlichkeit, ich hatte ja einen Partner, und auch aus einer Unsicherheit heraus, was ich mit fremden Menschen reden soll. Ich glaube, sowas nennt man gemeinsam einsam. Ich war fleißige Vollzeitarbeiterin im Konzern und Pendlerin, gute 12 Stunden die Woche verbrachte ich im Auto. Die Pandemie brachte das Homeoffice und die Trennung. Heute bin ich...  ... 36 Jahre alt und grob überschlagen war ich die letzten fünf Jahre Single. Außerdem am Start die letzten fünf Jahre: die Kacke, die stets am Dampfen war. Ich hatte die bisher schwersten Jahre meines Lebens.  Ich habe meine Mutter dabei begleitet, wie sie mehr und mehr Fähigkeiten verlor, ich habe ihr in der Intensivstation vorgesungen, sie mehrfach in meinem Kopf beerdigt, sie in ihrer absoluten Verzweiflung getröstet, ihr im Pflegeheim den Kopf gestreichelt und immer wieder "Ich bin da. Ich bin da" gesagt. Ich habe die allerletzten Grundschulhefte aus meinem Kinderzimmer geschafft und gesehen, wie die Wärme das Elternhaus verlässt, sobald die Mama nicht mehr drin wohnt.  Mit meinen Brüdern bin ich so eng wie noch nie. Die Beziehung zu meinem Vater habe ich aufgeräumt und durch Therapie gelernt, dass ich in meiner Vergangenheit immer eine Funktion hatte. Und die war, möglichst unkompliziert, leistungsstark und unterhaltsam zu sein.  Während der Pandemie und nach der Trennung habe ich unheimlich viel gearbeitet und eine starke berufliche Entwicklung hingelegt. Heute diene ich dem Konzern nur noch 3 Tage die Woche. Mein Selbstwert hängt nicht mehr so stark davon ab, wie viel ich am Tag geleistet habe. Ich kann besser chillen. Ich habe mich auf die Reise begeben, aus all meinen Interessen und Stärken mein individuelles Berufsleben zu weben. Ein Berufsleben, das sich zu 100% nach mir anfühlt. Abseits der Erwartungen anderer (meiner Eltern oder der Gesellschaft) und auch abseits von Pfadabhängigkeit (einmal Konzern, immer Konzern, und weil man so brav alle Arbeitsanforderungen erfüllt und wir Frauen in Führung brauchen, Führungskraft?). Was es wird, Familientherapeutin meets Autorin, sowas in die Richtung, still work in progress. Ich habe wunderbare, starke und feinfühlige Frauen in meinem Leben und erlebe Mädelsurlaube wie bei Sex and the City. Weil sich diese Freundschaften durch Schwangerschaften und Babies verändern, bleibe ich offen für neue Leute und schreibe auch einfach mal jemanden an, die ich cool finde und näher kennenlernen möchte. Es fällt mir leichter, mit Leuten zu quatschen seitdem ich weiß, dass ich nur 50% der Verantwortung fürs Gespräch trage und es keine Wissensabfrage ist. Ich bin politischer geworden, war auf Demos und bin mir der Privilegien bewusst, die ich durch mein weißes Akademikerelternhaus hatte und auch der Nachteile, die ich durch mein Frau-Sein erfahre. Ich habe gelernt, dass mich mein Beziehungsstatus nicht definiert. Ich habe gelernt, dass man Gefühle nicht erzwingen kann und sie auch nicht wachsen, wenn man dran zieht. Ich habe gelernt, dass ich überangepasst bin und schneller sagen muss, wenn mich was nervt und dass es das ist, was das Leben lebendig macht. Mein letzter Beziehungsversuch hat mich davon geheilt, unbedingt eine Beziehung zu wollen. Was sein soll, wird sein. Amen 🙏🏼 Dieser Text ist aus März 2025.

  • Mantra: Ich darf laut sein und Raum einnehmen

    Sich selbst die Erlaubnis zu geben, Raum einzunehmen, ist ein Akt der Liebe. A lesson worth learning. Not much more to say. Illustration von Kim Hoss.

  • Methode: eine gute Absicht unterstellen

    Mit dieser Grundannahme wird das Leben leichter: Mein Gegenüber verfolgt eine gute Absicht. Es lohnt sich, offen und ohne Vorbehalte nachzufragen. Häufig offenbart sich dann, dass Missverständnisse die Quelle von Unstimmigkeiten sind. Schließlich lebt jeder in seiner eigenen Wirklichkeit. Ich wurde diese Woche auf eBay Kleinanzeigen des Betrugs bezichtigt. Ja, richtig gelesen. BETRUG. Ich musste auch erstmal schlucken. Mon dieu 😱 Das Einzige, was ich mir vorwerfen lasse, ist: langsame Antworten und schlechte Verpackungen 🤷🏼‍♀️ Die blöde Elisa schrieb also, dass der Rock 'nen Schaden hätte und dass ich das ja wohl wüsste. Ähm, nee, excuse me, das hatte ich nicht gesehen bitch snap . Und wenn man MIR SO BLÖD KOMMT, dann hab ich GAR KEINE LUST ZU KOOPERIEREN 😡 🧠 Da ist mir eine der Grundansätze der systemischen Therapie in den Sinn gekommen:  ➡️ Habe den Mut, den anderen eine gute Absicht zu unterstellen.  Warum sollte man? 👉🏼 Jeder lebt in seiner eigenen kleinen Wirklichkeitsbubble 👉🏼 Diese Bubble kann sich total von dem unterscheiden, wie du selbst die Welt wahrnimmst 👉🏼 Menschen wollen Gutes tun 👉🏼 Deswegen verfolgen sie in den allermeisten Fällen gute Absichten  👉🏼 Kommt eine Handlung komisch bei dir an, könnte es EIN MISSVERSTÄNDNIS sein 🔵⚡️🟣 Eure zwei Wirklichkeitsbubbles kollidieren halt einfach 👉🏼 Wenn man offen fragt, können sich die Wirklichkeiten abgleichen 👉🏼 Man kommt eher zu einem guten Ergebnis Was hätte die blöde Elisa also anders machen können? ▶️ Hey Hanna, danke für den Rock. Da ist so eine Stelle, die ist so komisch verklebt. Hattest du das gesehen?  Mit ihrer Art hingegen hat sie mich auf Krawall gebürstet. DIE 15€ FÜR DEN ROCK RÜCKE ICH NIE WIEDER RAUS, MUHAHAHA!!1!!1! 😡😤🤬😡😈

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